Installation Debian auf APU

Das PC Engines APU/APU2 oder neue APU3 Systemboard wird häufig mit der Software pfSense als Firewall eingesetzt.

Da das Board für die Grösse sehr leistungsfähig und gleichzeitig Stromsparend ist, bietet sich auch an eine beliebige Linux Distribution darauf zu installieren.

Da die APU Boards keine Grafikausgabe bieten, ist die Installation aber etwas komplexer.

 

Auf der offiziellen Seite von PC Engines gibt es eine Anleitung, welche ich aber eher umständlich und lückenhaft finde.

Daher wollte ich das ganze etwas zusammenfassen.

 

Was wird benötigt:

- APU, APU2 oder APU3 mit installierter mSata SSD oder SATA HDD/SSD, SD Karten/USB Sticks sind als Harddisk nicht empfehlenswert!

- USB Stick mit mindestens 4GB Speicherplatz

- Debian amd64 netinst .iso Datei -> Download

- Windows Rechner

- Win32 Disk Imager -> Download

- Putty -> Download

- Serieller Anschluss oder USB zu Seriell Wandler inkl. Nullmodem Kabel

 

 

Mit dem Programm Win32 Disk Imager wird die heruntergeladene .iso Datei auf den USB Stick geschrieben.

Dazu die .iso Datei auswählen, den Laufwerksbuchstaben des USB Sticks im Dropdown Menü wählen und auf "Write" klicken.

Nun den USB Stick an der APU anschliessen, ebenso ein Netzwerkkabel für den Internetzugang und zusätzlich mittels Putty den Seriellen Port öffnen. Der genau verwendete Port ist im Geräte Manager in der Systemsteuerung ersichtlich.

Der Netzwerkanschluss direkt neben der Seriellen Schnittstelle muss benutzt werden, da dies die erste Schnittstelle auf dem Board ist.

Die Installation benötigt zwingend einen Internetzugang, ansonsten müsste das Debian Server oder Desktop Image heruntergeladen werden!

Meine Serielle Schnittstelle hat den COM3 Port bekommen:

Mittels Putty und dem vorher ausfindig gemachten COM Port, auf die APU verbinden.

Wichtig ist die korrekte Baud Rate von 115200 Baud, welche unter "Speed" eingetragen werden muss.

Wer möchte kann die Verbindung mit einem Namen abspeichern und muss so nicht jedesmal den COM Port einfügen.

Ist der COM Port via Putty geöffnet, es sollte keine Fehlermeldung kommen und nur ein schwarzer leerer Bildschirm, dann kann das Netzteil der APU eingesteckt werden.

 

Nun startet das BIOS und man kann mittels der Taste F10 die Boot Optionen einblenden.

Dort sollte dann der vorher erstellte USB Stick ersichtlich sein.

Bei mir ist das die Position 1, daher muss ich die Taste 1 drücken.

Nun sollte die eigentliche Installation vom USB Stick gestartet werden und ein blaues Auswahlmenü erscheint.

Mit der Pfeiltaste auf "Install" fahren und dann die Taste Tab drücken.

 

Wenn dies nicht gemacht wird, fängt die Installation mit einer Grafikausgabe an.

Ist etwas unschön, da die APU keinen Grafikausgang besitzt und wir daher dann nichts von der Installation sehen sowie auch keine Anpassungen vornehmen könnten.

 

Nun folgenden Befehl mit dem fett gedruckten Text ergänzen und mit Enter bestätigen:

/install.amd/vmlinuz vga=off console=ttyS0,115200n8 initrd=/install.amd/initrd.gz

Den weiteren Verlauf der Installation einfach mit Enter bestätigen und entsprechende Angaben welche selbsterklärend angezeigt werden, bestätigen.

 

Folgende zwei Optionen würde ich aber wie folgt auswählen:

Bei der Festplatten Partitionierung: Guided – use entire disk

Bei „Choose software to install„: Nur „SSH server“ und „standard system utilities“

Beim Abschluss kurz mit Enter bestätigen und den USB Stick entfernen.

Nun wird das System neugestartet und eine Startoptionen muss wie folgt angepasst werden:

Es öffnet sich der Grub Boot Loader, welcher uns erlaubt das Boot Verhalten anzupassen.

Mit dem Taste "e" kommen wir in den Edit Modus und nun kann mittels der Pfeiltaste navigiert werden.

 

Springt man mit den Pfeiltasten wieder zum Auswahlmenü zurück, so muss die CTRL Taste dauerhaft zusätzlich zur Navigation gedrückt werden!

 

Nun gehen wir zu folgender Zeile:

linux /boot/vmlinuz-4.9.0-4-amd64 root=UU…..

Und fügen folgendes am Ende der Zeile hinzu:

console=ttyS0,115200n8

Tastenkombinationen:

CTRL + Pfeiltaste -> Navigation im Textfeld

CTRL + X -> Übernehmen und Bootvorgang beginnen

Die nun gemachten Angaben gelten nur einmal und sind beim nächsten Neustart wieder weg, daher muss dies noch fixiert werden. Mit dem Editor nano öffnen wir das Grub Config File:

nano /etc/default/grub

Folgenden Eintrag suchen:

GRUB_CMDLINE_LINUX=““

Und folgendermassen erweitern:

GRUB_CMDLINE_LINUX=“console=ttyS0,115200n8„

Nun laden wir die Grub Einstellungen neu:

update-grub

Ab jetzt läuft ein Debian auf der APU und durch einen Neustart kann noch getestet werden ob die vorherigen Einstellungen auch wirklich gespeichert wurden:

reboot

Fertig!

Nachtrag zur Leistungsfähigkeit:

Ich nutze das APU Board mit Debian für verschiedene Dienste und derzeit arbeiten 4 Debian System mit unterschiedlichen Arbeitsaufgaben in meinem Haus.

 

Von PC Engines gibt es derzeit zwei verschiedene Modellgenerationen der APU Reihe.

Die erste Modellreihe APU1d bzw. APU1d4 (4GB RAM) besitzen einen Dual Core AMD T40E Prozessor. Darauf laufen problemlos die meisten Programme, dennoch hatte ich mit der Zeit Probleme mit dem Apache Webserver und einer SQL Datenbank. Je grösser das Projekt wurde, desto merkbarer waren Verzögerungen beim Aufruf der Webseite. Der Arbeitsspeicher (ich habe die APU1d mit 2GB Ram) war zu 80% voll und die CPU Auslastung teilweise nahezu 100%.

 

Die neuere APU Generation hat die Bezeichnung APU2 und hat bereits mehrere Untermodele.

Als Prozessor wird bei allen Boards ein AMD Quad Core GX-412T verwendet. Ausser beim ersten APU2c0 Modell, deutet die letzte Ziffer auf den verfügbaren Arbeitsspeicher hin.

Die erste Serie hatte nur zwei Ethernet Anschlüsse, die zweite hat drei Ethernet Anschlüsse und die neueste APU3a2 wurde für GSM Anbindungen optimiert. Trotz APU3 Bezeichnung blieb die grundsätzliche Leistung gleich.

Der Buchstaben zwischen Modellgeneration und Arbeitsspeicher, bezeichnet die Entwicklungsstufe des jeweiligen Boards. Buchstaben a sind Boards welcher noch erhebliche Hardware oder Layout Veränderungen möglich sind, während der Buchstaben d für die Finale Version steht.

 

Wenn möglich würde ich mindestens die APU2 Generation nutzen und mindestens eine mSata SSD oder SATA SSD als Festplatte. Damit hatte ich bisher noch keine Leistungsengpässe, wobei immer beachtet werden muss das das System nicht für anspruchsvolle Aufgaben genutzt werden sollte.

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